
Von Gert Verhellen
In der Sankt-Georg-Gilde Brügge ging es am 30. Mai feierlich zu. Das 1705 entstandene Gemälde von Schützenkönig Lodewijk Mulier (1679-1712) fand endlich seinen angestammten Platz wieder. Nach einer abenteuerlichen Reise war es erst vor Kurzem aus Berlin zurückgekehrt (siehe https://belgieninfo.net/der-koenig-kommt-nach-hause/).
Seither wurde es durch Veronika Olivera Loayza aufwendig restauriert. Die Präsentation der Ergebnisse archäologischer Grabungen am früheren Standort der Gilde, dem „Oudhof“, war eine gute Gelegenheit, einem interessierten Publikum auch das Porträt von Lodewijk Mulier vorzustellen.
Ein ursprünglicher Treppenturm des ‚Oudhof‘ ist noch erhalten und heute in ein anderes Gebäude integriert. Gefunden wurden auch einige frühere Übungsplätze der Schützengilde, die anlässlich der ersten Stadterweiterung auf aufgeschütteten Grund angelegt wurden.

Das Gemälde ist also jetzt endlich zurück an dem Ort, für den es 1705 einmal gedacht war.
Durch die gründliche Reinigung und Restaurierung sind erstaunliche Details zu Tage gekommen. So ist der Name des Schützenkönigs auf dem Pfeil zu sehen, den er in der Hand trägt. Er hat sogar einen zweiten Pfeil dabei, der vorher nicht sichtbar war. Der aufwendig gearbeitete Bogen tritt in allen Details in Erscheinung. Mit der Jagdszene wird auch Muliers Beruf bewusst gemacht: er war Waffenmeister.
In den Wirren der Zeiten und Revolutionen hat es die Gilde vom historischen Standort heute eine neue Bleibe etwas näher am Stadtzentrum gefunden. Die Räumlichkeiten (und den König) können besucht werden, sogar ein Essen in historischem Ambiente ist möglich.








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