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„Bloody Files“ – Morde im EU-Milieu und die Macht der (Brüsseler) Bürokratie

Von Heide Newson

Der Krimi „Bloody Files“ von Dominique Elsaesser, Mitte April 2026 erschienen, sorgt aktuell für viel Gesprächsstoff, da er die Brüsseler EU-Politik auf eine sehr düstere, aber realitätsnahe Weise aufs Korn nimmt.

Worum geht es?

Die Geschichte spielt im Brüsseler Spätherbst. Der Protagonist ist der sympathisch-chaotische Inspektor Marcel Vermeylen, der gerade versucht, sein kompliziertes Privatleben zu ordnen, als eine Serie brutaler Morde Brüssel erschüttert. Die Opfer sind Frauen aus verschiedenen EU-Staaten. Und die Ermittlungen führen den Inspektor direkt in das Herz der Macht – das Berlaymont-Gebäude.

Bei dem Namen „Dominique Elsaesser“ handelt es sich um ein Pseudonym. Der wahre Autor möchte anonym bleiben, um ungestört über seine Erfahrungen und sein Umfeld schreiben zu können. In den wenigen Interviews, die er bereits gegeben hat, gibt er an, dass er nicht möchte, dass Kollegen oder Bekannte ihn sofort als den Autor identifizieren, der „aus dem Nähkästchen“ plaudert. Aber ein wenig weiß man doch über den Autor. „Dominique“ wurde 1972, einen Steinwurf vom Rhein entfernt, im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Frankreich geboren. Nach Stationen in Deutschland, Frankreich und den USA zog er 2007 nach Brüssel, wo er nun seit über 18 Jahren lebt und arbeitet. Sein Insiderwissen durch einen Job bei den EU-Institutionen nutzt er, um das Streben nach Macht, die Sitzungen im Berlaymont-Gebäude und den bürokratischen Alltag authentisch dazustellen. Der „gesichtslose“ Autor betont jedoch, dass die Figuren und die konkreten Handlungen frei erfunden sind.

Die „Brussels Files“ Reihe

Der Autor hat es sich zum Ziel gesetzt, Brüssel eine eigene Krimi-Reihe zu widmen. Er möchte den Lesern einen Einblick geben, wie das Leben in einer kosmopolitischen Metropole mit seiner Geschichte, Kultur und dem typischen „Sprachenwirrwarr“ funktioniert. Man merkt seinen Texten an, dass er Brüssel liebt, aber gleichzeitig einen sehr kritischen und scharfen Blick auf die politischen Verstrickungen in der „EU-Blase“ wirft.

In Pressemitteilungen und selbst bei Video-Aufnahmen oder Lesungen achtet der Autor darauf, seine wahre Identität nicht preiszugeben. Er möchte, dass die Geschichten und die Stadt Brüssel im Vordergrund stehen, nicht seine Person. Und bislang ist es ihm gelungen. Schon jetzt hat der Autor angekündigt, dass es nach „Bloody Files“, einer Fortsetzung seines im Juni 2025 erschienenen ersten Vermeylen-Krimis „Spicy Files“, einen dritten Band geben wird: „Secret Files“.

Bibliographische Angaben

(DE) Bloody Files: Ein Brüsseler Kriminalroman. Von Dominique Elsaesser. Taschenbuch – 15. April 2026; umland verlag, ISBN: ‎ 978-3982832005; 19,95 Euro (Kindle 9,99 Euro).

(FR) Es gibt den Roman auch in einer französischsprachigen Version: Bloody Files: Un polar bruxellois (Les dossiers bruxellois, Band 2). Par Dominique Elsaesser. Umland Verlag ISBN: ‎ 978-3982832029; 20,23 Euro.

 

 

 

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