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Zwei Blumenteppiche werfen ihre „Schatten“ voraus

Von Heide Newson

Vom 13. bis 16.August verwandelt sich die historische Grand`Place in Brüssel in ein einzigartiges Blütenmeer oder vielmehr in eine der beeindruckendsten Freiluft- Teppich-Galerien der Welt. Alle zwei Jahre kommen hunderte freiwillige Helfer, vor allem aus Flandern, in Belgiens Hauptstadt, um den Pflastersteinboden des Unesco-Weltkulturerbes in ein riesiges, lebendiges Kunstwerk aus echten Blüten zu verwandeln. Das Thema der 14. Ausgabe des Blumenteppichs: Japan und “Die große Welle“.

Nachdem vor zwei Jahren (siehe Foto) ein florales Jugendstilmotiv im Mittelpunkt stand, ist die diesjährige Ausgabe des Brüsseler Blumenteppichs von Katsushika Hokusais weltberühmtem japanischem Holzschnitt „Die große Welle von Kanagawa“ inspiriert. Das farbenfrohe Teppich-Design, das 160 Jahre diplomatische Beziehungen und Freundschaft zwischen Belgien und Japan würdigt, ist ein Motiv des japanischen Künstlers Hiro Sugiyama und seines Kollektivs „Enlightenment“.

Mehr als 500.000 Dahlien und rund 120 Freiwillige werden bereits am 12. August in weniger als sechs Stunden den gigantischen Blumenteppich „knüpfen“. Traditionell werden für die Installation überwiegend Begonien verwendet, doch da die Produktion dieser tropischen Staude zurückgegangen ist, greift man zunehmend auf die wesentlich robustere und sogleich sehr dekorative Alternative zurück.

BESONDERE PREMIERE UND ABENDMAGIE

Erstmals gibt es in diesem Jahr einen zweiten Blumenteppich, der an der Börse ausgelegt wird, und wie könnte es anderes sein, ganz der belgischen Bierkultur gewidmet ist. In Anlehnung an die neue Identität der Börse als belgisches Biermuseum steht das Design ganz in der altehrwürdigen Brautradition des Landes. Besucher können einem Blumenpfad folgen, der dann zu dieser neuen Teppich-Installation führt.

 

Den besten Überblick über den Blumenteppich an der Grand`Place hat man vom Balkon des Brüsseler Rathauses aus (Tickets sind über Online oder vor Ort erhältlich). Bei Einbruch der Dunkelheit wird es besonders magisch. Dann werden die Fassaden der Zunfthäuser illuminiert, und wenn dazu die Musik- und Lichtschau beginnt, entsteht rund um den Blumenteppich eine unvergleichliche Atmosphäre. Die Schau wird jeden Abend von 21 bis 23 Uhr im 30-Minuten-Takt aufgeführt. Und da nur frische Blüten ohne Erde verwendet werden, hält das Kunstwerk genau vier Tage, was man bei einem Besuch bedenken sollte.

Es ist nicht das erste Mal, dass die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung das Land der aufgehenden Sonne würdigt. Bereits im Jahr 2016 präsentierte sie ein japanisches Motiv des Desighners Fujie Suzuki.

 

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