
Von Heide Newson
Ein besseres Datum hätten sich die Organisatoren und Mitglieder der Belgisch-Bayerischen Gesellschaft (BBG) für den 40. Geburtstag des Vereins kaum wünschen können. Als die geladenen Gäste und Mitglieder der BBG am 20. September gegen 14.45 Uhr vor dem historischen Brüsseler Rathaus eintrafen, wurden sie auf der Grand‘ Place mitten in ein buntes, mitreißendes Spektakel hineingezogen. Belgiens Hauptstadt stand ganz im Zeichen von Folklorissimo, dem großen Fest belgischer Traditionen. Zwischen Riesengestalten – der Riese Max Emanuel war ebenso mit von der Partie -, Musikkapellen, bunten Trachten und fröhlichen Menschen bot sich den Gästen bereits vor den Türen des Rathauses ein einmaliger Empfang voller Atmosphäre und Lebensfreude
FEIERLICHER FESTAKT IM GOTISCHEN SAAL
Pünktlich zum offiziellen Beginn der Jubiläumsfeier nahmen die zahlreich erschienenen Gäste im prachtvollen Gotischen Saal des Rathauses Platz, in dem einst die Herzöge aus Brabant ihren Eid abgelegt hatten. Umgeben von den berühmten Brüsseler Wandteppichen und der geschnitzten Holzdecke bot der Saal eine unvergleichliche Kulisse für den 40. Geburtstag der Belgisch-Bayerischen Gesellschaft.
Im Zentrum der Feierlichkeiten standen inspirierende Begrüßungsansprachen und Festreden, in der die faszinierende, vielschichtige bayerisch-belgische Geschichte beleuchtetet und gefeiert wurde. Rudolphe Comte de Looz-Corswarem, Vizepräsident der ABB-Gruppe in Belgien, Prinz Albert-Henri de Merode, Präsident der BBG sowie Vorstandssprecher Folkert Herlyn, hießen die Gäste herzlich willkommen – darunter Eckart Blaurock, den Stellvertreter des deutschen Botschafters in Brüssel sowie und den städtischen Beisitzer („Schöffen”) Khalid Zian. In ihrer Begrüßungsansprache gaben sie den Gästen einen vielseitigen Ein- und Rückblick zur Gesellschaft und sprachen darüber, was Belgien und Bayern so stark verbindet. In seiner Gratulationsansprache sprach Blaurock über die enge historische und kulturelle Verflechtung zwischen Bayern und Belgien, aber auch zu Deutschland insgesamt. Zian sowie Blaurock hoben hervor, wie wichtig Vereine wie die Belgisch-Bayerische Gesellschaft seien, um diese Beziehungen jenseits der großen EU-Politik auf menschlicher Ebene lebendig zu halten.
ANPRACHE ZUR ZEREMONIE
Die Festrede hielt der Politikwissenschaftler Dirk Rochtus von Campus Antwerpen der Katholischen Universität Löwen. In seinem Vortrag ging er unter anderem auf die Gemeinsamkeiten von Belgiern und Bayern sowie auf das Bild ein, das sich Belgier, vor allem Flamen, vom Freistaat Bayern machen. Bayern sei nicht unbekannt in Belgien, bekannt sei es aber vor allem in Flandern. „Die Belgier sehen da – ja es wirkt klischeehaft – Dirndl und Lederhose, Bier und Wurst, dicke Autos,“ fuhr er der Hoschulsprofessor fort. Aber Bayern sei natürlich auch viel mehr als diese Klischees. „Es ist auch Laptop und Lederhose, es ist Tradition und Technologie-Offenheit“, sagte Rochtus. Das sei das Wunder von Bayern, einem Land, das das Altbewährte hege und zu gleicher Zeit der Zukunft zugewandt sei. „Die Bayern lieben ihr Land, aber auch das größere Ganze, Deutschland. Sie bekennen sich stolz zu ihrem Land und setzen sich zu gleicher Zeit für Deutschland als die übergreifende Kulturnation ein“, erläuterte der Politikwissenschaftler. Auch diese Liebe zu ihrem Land und ihrer Kultur hätten die Belgier gemein mit den Bayern.
Als die in Belgien wohl bekannteste Bayerin nannte Rochtus die bayerische Prinzessin Elisabeth von Wittelsbach. die mit dem belgischen König Albert I. verheiratet war. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder habe anlässlich eines Besuches bei König Philippe auf die Königin als Nichte der legendären Sissi hingewiesen. Dabei sagte er auch, dass ihr soziales Engagement und Einsatz für Kunst und Kultur in Belgien unvergessen sei. Wir verdanken dieser besonderen Dame aus Bayern den weltberühmten Musikwettbewerb „Concours Reine Elisabeth“.
LOB UND WÜRDIGUNG FÜR DAS EHRENAMTLICHE ENGAGEMENT
Prinz Albert-Henri de Merode, der seit 2011 den Vorsitz der Gesellschaft führt, bedankte sich bei allen Mitgliedern und Unterstützern der Belgisch-Bayerischen Gesellschaft, die am 24. April 1986 von Georg Pröpstl und seiner Frau Ellen aus der Taufe gehoben worden war. Als Präsident müsse er dabei am wenigsten tun, witzelte der aktuelle Vorsitzende . Weiter sprach er über die langjährigen Beziehungen zwischen beiden Ländern und die gemeinsamen Werte, die stetig weiter entwickelt würden und die lebendig zu erhalten seien.
EIN TAG, DER IN ERINNERUNG BLEIBT
Nach dem formellen Teil ging die Jubiläumsfeier in den geselligen Teil über. Bayerische Schmankerl wie Leberkäse oder Obatzter wurden zwar nicht angeboten, aber dafür gab es kleine Brezeln und leckere belgische Häppchen sowie unterschiedliche Getränke zum Anstoßen auf 40 Jahre erfolgreiche Belgisch-Bayerische Gesellschaft. Es gab Glückwünsche ohne Ende, darunter vom deutschen Botschafter Martin Kotthaus. In Belgien bedeute der 40. Geburtstag eines Vereins, dass man nur noch 10 Jahre von dem Attribut “ königlich“ entfernt sei, so sein Grußwort in der Festschrift zum Jubiläum der Gesellschaft. Fest steht, dass dieser stimmungsvolle Geburtstag voller Lacher und lustiger Geselligkeit im Brüsseler Rathaus noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.









Liebe Heide,
Danke für Deinen kenntnisreichen und ausgewogenen Bericht von unserem BBG ‚Jubileumsempfang‘!. Wir freuen uns, dass Du dabei warst und unser besonderes Event mit Deinen Eindrücken andere Menschen auf unsere Gesellschaft sicherlich neugierig gemacht hast.
Danke!