
Von Thomas A. Friedrich
Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Am 25. Oktober begeht Kronprinzessin Elisabeth von Belgien ihren 25. Geburtstag. Die auf der Beliebtheitsskala des belgischen Königshauses ganz oben stehende Thronfolgerin ist allerdings abgetaucht und den Paparazzi entflohen.
Bereits im Sommer hat Prinzessin Elisabeth nach ihrem Masterabschluss in Harvard und zuvor dem Bachelor in Oxford, ihrem erfolgreichen Yale-Abschluss sowie ihrer Ausbildung an der Königlichen Militärakademie am Brüsseler Cinquantenaire-Park eine persönliche Auszeit angekündigt.
Die Pressestelle des Königshauses veröffentlichte am Sonntag auf Instagram ein Schwarz-Weiß-Foto der Prinzessin mit der Unterzeile: „25 jaar op de 25e! Dat verdient een feest. Gelukkige verjaardag, Prinses Elisabeth!” Und den Text gab es natürlich auch auf Französisch. Und die Prinzessin bedankte sich auf Instagram mit einem kurzen Video.
Das Klatsch- und Tratsch- oder besser Life Style-Magazin „Tatler“ bezeichnet Elisabeth als „bestausgebildete künftige Königin der Welt“. Professionelle Beobachter der europäischen Royals sind für Prinzessin Elisabeth voll des Lobes: „Elisabeth hat in ihren 25 Jahren ein wahnsinniges Pensum absolviert“ – so die Royal-Journalistin Sophie Möller vom ARD-Magazin „Brisant“.
Die belgische Prinzessin resümiert ihre Studienzeit mit der Aussage, dass es ihr auf dem Campus schwergefallen sei, ein Gleichgewicht zwischen Bibliothek, Freunden und Freizeit zu finden. „Das klingt für mich nach Workaholic-Tendenzen“, wertet Sophie Möller den unermüdlichen Ehrgeiz der belgischen Prinzessin.
Die Prinzessin selbst bezeichnet sich als extrem fleißig, ehrgeizig und perfektionistisch. Aber damit soll jetzt erstmal Schluss sein. Elisabeth kündigte an, dass sie ein Jahr oder länger nichts machen wolle, um nachzudenken.
Ihr aktuelles Motto sei: Die Krone dürfe nicht ihre gesamte Identität ausmachen. Recht hat sie wohl, auch mal ein normales Leben zu leben. Inwieweit königliches Zeremoniell, Protokoll und Sicherheits-Korsett dies für die beliebte Prinzessen tatsächlich zulassen, bleibt abzuwarten.
Sechs Jahre lang widmete Kronprinzessin Elisabeth nach ihrem Abitur ihre ganze Kraft und Energie ausschließlich Studium und Militär. Jetzt steht für die 25-jährige sie selbst im Mittelpunkt.
Ihr bisher letzter öffentlicher Auftritt liegt schon ein paar Wochen zurück. Am 27. August war sie zuletzt bei der Abschlussfeier ihres jüngeren Bruders Prinz Gabriel an der Königlichen Militärakademie in Brüssel zu sehen.
Es dürfte der beliebten belgischen Thronfolgerin nicht leicht fallen, Boulevardzeitungen wie der spanischen „Hola“ zu entkommen. Diese Gazette will Elisabeth unlängst in Frankreich, Italien und auch in Madrid im privaten Umfeld aufgespürt und abgelichtet haben.
Waren der soziale Mittelpunkt von Elisabeth bisher ihre drei Geschwister, will sie nun auch privat flügge und unabhängig werden. Die persönlich engsten Bande innerhalb des heimischen Königshauses auf Schloss Laeken wird sie jedoch weiterhin zu ihrer 18-jährigen Schwester Eleonore unterhalten. Während Elisabeth in den USA studierte, setzte sich die jüngere, ihr zum Verwechseln ähnlich aussehende Schwester Eleonore immer wieder in den Flieger, um sie in Amerika zu besuchen und zu unterstützen.
Die gemeinsamen Momente im „Mikrokosmos Harvard“, wie sie den Campus umschrieb, gehören für Elisabeth zu den „absoluten Highlights ihres Studiums“, was sie im Sommer der belgischen Zeitung „Le Soir“ verriet.
Das mit Abstand beliebteste Mitglied des belgischen Königshauses macht sich nun also zuerst einmal rar. Laut einer aktuellen Umfrage des flämischen Fernsehsenders VTM schneidet Elisabeth auf einer Skala von 1 bis 10 (sehr beliebt) mit der Note 7,3 ab – gefolgt von ihrer Mutter Königin Mathilde (7,1) und König Philippe (Bewertung 6,9).
Auch im Ranking bei der Wahl „Belgier des Jahres 2025″ ließ die Prinzessin die übrigen Familienmitglieder weit hinter sich. Während Prinzessin Elisabeth Platz 21 belegte, schafften es Mutter Mathilde und Vater Philippe nicht einmal unter die ersten 100.
Im französischsprachigen Magazin „Soir Mag“ wurde die Prinzessin zur beliebtesten Frau Belgiens gewählt und ließ alle belgische Prominenz aus Show-Bizz, Politik und Sport hinter sich. Sie dürfte auch während ihrer selbstgewählten „Auszeit“ kaum an Beliebtheit einbüßen: weder unter ihren belgischen Landsleuten noch in der breiteren europäischen Öffentlichkeit.
Zu den Geschenken aus der Familie ist nichts wirklich bekannt geworden. Aber anlässlich ihres Ehrentages bringt die belgische Post eine Briefmarke mit dem Porträt der Prinzessin heraus. Vielleicht trägt dies im digitalen Zeitalter dazu bei, die Freude am traditionellen Briefeschreiben in Belgien wieder zu beleben.









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