
Von Heide Newson
So lustig, witzig, humorvoll, harmonisch und friedvoll wie am Dienstagabend geht es im Europaparlament in Brüssel ausgesprochen selten zu. Dass dem so war,
ist der CDU Europaabgeordneten Sabine Verheyen zu verdanken, die seit Jahren als eine der wichtigsten und enthusiastischsten Botschafterinnen des rheinischen Karnevals auf europäischer Bühne gilt.
Nicht nur, dass sie seit Jahren die „fünfte Jahreszeit“ im Europäischen Parlament in Brüssel eröffnet. Einmal im Jahr lädt die sympathische und bürgernahe Abgeordnete zum Beispiel Aachener Prinzen samt Hofstaat sowie Vereine aus der gesamten Region zu einem Karnevalsempfang ins Europaparlament nach Brüssel ein, um den „Fastelovvend“ im Herzen Europas gebührend zu feiern. Als Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung setzt sie sich auch politisch für die Anerkennung des regionalen Brauchtums des rheinischen Kulturerbes ein.
Mit „Herzlich willkommen zum Empfang der Tollitäten“ und mit einem lautstarken Alaaf begrüßte sie die unzählig erschienenen karnevalistischen Narren, darunter auch viele hochrangige Parlamentsangehörige. Ihre Botschaft: Karneval verbindet die Menschen, und das gelte es nun ausgiebig zu feiern. Umso mehr, da diese Veranstaltung in den nächsten Jahren nicht mehr stattfinden könne, da die Räumlichkeiten saniert würden. Und diese Renovierung werde sich bis zum Jahr 2030 hinziehen, was Verheyen natürlich bedauerte.
Zum Trost hatte die Vize-Parlamentspräsidentin einen ganz speziellen Gast eingeladen, und zwar die in Deutschland sehr bekannte Comedy-Kunstfigur Lieselotte Lotterlappen, im realen Leben ein Mann, die den rheinischen Humor direkt ins politische Zentrum der Europäischen Union brachte. Und schon legte sie mit ihrem quirligen, frechen, humorvollen, und sehr schlagfertigen Witz los. „Guten Abend, Brüssel,“ raunte es durch den Saal, und die Gäste tobten vor Begeisterung. „Wussten Sie, dass ich die gesamte Familie, die ganze Bagage mitgebracht habe, um hier diese Luft zu schnuppern. Sabine sagte mir zwar, dass man sich hier ausziehen müsse, um ins Parlament zu kommen. Aber als ich durch die Sicherungsschleusen ging, wollte der Sicherheitsbeamte sofort seinen Urlaub einreichen.“
Einen „Narren“ vom Erkelenzer Karnevalsverein fragte Lieselotte Lotterlappen, ob er graue Haare auf dem Kopf habe, oder bereits Schimmel, und schon wieder hatte sie die Lacher auf ihrer Seite. Dann meinte Lieselotte, wenn so einer wie Horst Schlämmer für den Bundestag kandiere, dann könne sie das an Seite von Sabine getrost fürs Europaparlament machen. „Wie ist es bei Ihnen so mit den Festtagen gelaufen,“ fragte sie. „Ich selbst fand´s blöd, mit der Weihnachtsgans am selben Tisch zu sitzen. Mein Mann hat mir gesagt, dass ich mich in diesem Jahr um die Gans kümmern soll. Da habe ich ihm geantwortet, das ist doch deine Mutter.“
Weitere freche, scharfe, humorvolle Sprüche und karnevalistische Ohrwürmer folgten, bei denen viele aus voller Brust mitsangen.
Dann stellten sich die vielen Tollitäten aus den unterschiedlichen Karnevalsgesellschaften mit ihren karnevalistischen Vorzügen und Einlagen vor. So zählt die Erkelenzer Karnevalsgesellschaft von 1832 zu den ältesten im Rheinland.
Und zu dieser gehört der in Brüssel bekannte und beliebte Lobbyist Ralph Kamphöner, der seit Jahren den rheinischen (vor allem Düsseldorfer) Karneval in Brüssel so richtig aufmischt und mit viel Charme, Wissen und Humor, unter die Leute bringt. Seine vielen Orden für karnevalistische Verdienste trägt Ralph, der sich auch politisch stark in Brüssel engagiert, mit Recht voller Stolz. Obwohl er sonst lieber lautstark das Düsseldorfer Helau intoniert, kam ihm das Kölsche Alaaf an diesem Abend auch leicht über die Lippen. Fasziniert waren alle von dem jungen Tanzmariechen Anna von der Süggerather Spätlese, die durch tolle Tanzeinlagen alle Karnevalsfans in (Tanz-) Stimmung brachte.
Die Karnevalsvereine dankten vor allem Sabine Verheyen, die nicht nur einen tollen politischen Job mache, sondern trotz ihres vollen Terminkalenders stets ein offenes Ohr für ihre Anliegen habe. Auf ihre Unterstützung könne man in einem Umfeld, wo die Sicherheitsauflagen stets strenger, kostspieliger und aufwendiger würden, voll bauen. Wie es sich für eine perfekte Karnevalssitzung gehört, wurden viele Orden verteilt und zu Karnevalshits wie “Heidewitzka, Herr Kapitän” geschunkelt. Und Verheyen heizte die Stimmung immer wieder auf mit „Alaaf Europa, Alaaf Brüssel, Alaaf Europaparlament, lasst uns noch mal so richtig ausgelassen feiern“. Es gelang ihr sogar, CSU-Abgeordnete, die ja nicht unbedingt alle Fans des rheinischen Karnevals sind, auf die Bühne zum Mittanzen zu holen.







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