
Iran-Konflikt, Ebola-Ausbruch sowie Streiks in Belgien belasten das Geschäft der Lufthansa-Tochtergesellschaft Brussels Airlines
Von Michael Stabenow
Die internationale Luftfahrt leidet unter den Auswirkungen der Ende Februar begonnenen militärischen Auseinandersetzungen im Mittleren Osten. Steigende Preise für Flugbenzin durch die geschrumpften Öllieferungen aus der Region am Persischen Golf beeinträchtigen auch die Rentabilität der seit 2017 zu 100 Prozent zur Deutschen Lufthansa AG gehörenden belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines. Für das erste Halbjahr 2026 hat die Brüsseler Unternehmenszentrale einen operativen Verlust (EBIT) von 70 Millionen Euro ausgewiesen – gegenüber einem Minus von 46 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum (Brussels Airlines reports an Adjusted EBIT of -70 million Euros in first six months of 2026).
Finanzvorständlerin Nina Öwerdieck, zeigte sich anlässlich der Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen dennoch zuversichtlich und erklärte: „Wir glauben, dass wir stärkere Ergebnisse für den Sommer präsentieren können, wenn wir in einem operativ stabilen Umfeld tätig sein können.“ So wurde das Geschäft von Brussels Airlines zuletzt nicht nur durch um 64 Millionen Euro höhere Kerosinpreise, sondern auch durch zwei weitere, spezifische Faktoren beeinträchtigt. Einerseits wirkte sich der Ausbruch der Infektionskrankheit in einigen afrikanischen Regionen negativ auf die Aktivitäten der traditionell stark auf dem Schwarzen Kontinent präsenten belgischen Gesellschaft aus. Zudem sollen Streiks am Flughafen, aber auch Proteste gegen den Sparkurs der belgischen Arizona-Regierung Brussels Airlines Mindereinnahmen von drei Millionen Euro beschert haben.
Trotz dieser belastenden Entwicklung ist es gelungen, den Umsatz der Gesellschaft im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres um neun Prozent auf 821 Millionen Euro zu steigern. Die Zahl der Brussels Airlines Flüge nahm um 5,5 Prozent auf 34208 zu, die der beförderten Passagiere um mehr als acht Prozent auf rund 4,5 Millionen.
Dennoch bekennt sich Brussels Airlines „zu einem vorsichtigen Ansatz für die kommenden Jahre“. Auf die bisher für 2027 geplante Anschaffung von zwei weiteren Langstreckenmaschinen des Typs Airbus A330 verzichtet die Gesellschaft. Die Langstreckenflotte wird daher bis auf weiteres neun Flugzeuge umfassen. Die derzeitige Praxis, vier Maschinen von Air Baltic, ebenfalls einer Lufthansa-Tochtergesellschaft, von Brüssel aus einzusetzen, soll Ende Oktober auslaufen.
Zu den von Brussels Airlines in Aussicht gestellten positiven Entwicklungen gehören die – erstmalige – Einführung von hochleistungsfähigen, drahtlosen Wi-Fi-Verbindungen in einem Flugzeug der Gesellschaft, die Erneuerung ihrer Lounge auf dem Brüsseler Flughafen sowie zusätzliche, allerdings jetzt nicht genannten Verbindungen. Auch die geplanten neuen Kabinen auf Langstreckenflügen sollen wie geplant eingeführt werden.
Ende dieses Monats steht an der Spitze von Brussels Airlines ein Personalwechsel an. Dorothea von Boxberg, seit 2023 Vorstandsvorsitzende, gibt ihren Posten auf. Die 52 Jahre alte Managerin wechselt dann in den Vorstand des Automobilherstellers BMW und wird dort für Personal und Immobilien zuständig sein. Zur Nachfolgerin auf den Chefposten in Brüssel hat der Lufthansa-Verwaltungsrat Mitte Juli Lorenza Maggio berufen. Die 48 Jahre Italienerin war bisher Vorstandsmitglied der ebenfalls von Lufthansa kontrollierten italienischen Fluggesellschaft ITA.








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