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Das Sommerfest der Deutschsprachigen Gemeinschaft – ein voller Erfolg

Von Heide Newson 

Das traditionelle Sommerfest der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG), das diesmal in der Brüsseler Vertretung der DG stattfand, war einmal wieder ein voller Erfolg und ein echtes Highlight. Das Fest zieht jedes Jahr eine beachtliche Zahl internationaler Gäste an – darunter hochrangige Vertreter aus Politik, internationalen Institutionen, Wirtschaft, Justiz, Diplomatie und vor allem Ostbelgier.

Herzlich willkommen zum Sommerfest der Deutschsprachigen Gemeinschaft hier in Brüssel. Ich freue mich sehr, dass Sie heute bei uns sind,“ sagte Ostbelgiens Ministerpräsident Oliver Paasch in einer kurzen Ansprache. Mit Blick auf die zahlreich erschienenen Gäste stellte er zufrieden fest, dass fast ganz Belgien und sogar ein gutes Stück Europa vertreten sei. Für Ostbelgien sei das ein schöner Abend, für seine Protokollabteilung vermutlich ein logistischer Belastungstest.

Ostbelgien sei klein, müsse sich aber nicht verstecken, sagte Paasch und fuhr fort: „Im Gegenteil, wir haben gelernt, damit zu arbeiten.“ In Ostbelgien sei vieles überschaubar. Manchmal so überschaubar, dass es in Ostbelgien leichter sei, einen Minister zu treffen, als in Brüssel einen Parkplatz zu finden. „Und glauben Sie mir: Das sagt einiges über unsere Nähe zu den Menschen und noch mehr über die Parkplatzsituation in Brüssel,“ sagte der Ministerpräsident schmunzelnd.

OSTBELGIEN IST ZU KLEIN, UM SICH SELBST ZU GENÜGEN

Weiter betonte Paasch, wie wichtig die Pflege von Kontakten und Netzwerken über die eigenen Grenzen hinaus sei. Da Ostbelgien geopolitisch und wirtschaftlich stark mit seinen Nachbarn verflochten sei, komme es für die Deutschsprachige Gemeinschaft auf starke Partnerschaften und den direkten Draht zu Entscheidungsträgern an , um ihre Interessen zu vertreten. Ein weiteres Thema der Ansprache Paaschs war der Zuständigkeitsbereich der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Als aktuelles Beispiel dafür nannte er die Diskussion über die Krankenhausreform, die komplex sei. „Sie betrifft Qualität, Finanzierung, Organisation und Erreichbarkeit. Für Ostbelgien komme ein entscheidender Punkt hinzu: die Sprache. Wer krank sei, wer Angst habe, wer in einer Notlage Hilfe brauche, der müsse verstanden werden. Nicht ungefähr, sondern klar in seiner Sprache. Deshalb sei es wichtig, die besondere sprachliche und geografische Lage der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu berücksichtigen. Die Bereitschaft, Sonderregeln für die Aufrechterhaltung der Krankenhäuser vorzusehen, zeige, dass Belgien seine deutschsprachige Minderheit ernst nehme.

ATMOSPHÄRE UND RAHMENPROGRAMM

In entspannter Atmosphäre stieg dann der mit Musik begleitete Empfang. Die Gäste nutzen die Gelegenheit, über eine Vielzahl von Themen zu fachsimpeln, auch über Wohl und Wehe der “Roten Teufel” bei der Fußballweltmeisterschaft. Wie in den Vorjahren zeigten die Ostbelgier auch eindrucksvoll, was sie kulinarisch zu bieten haben.  „Alles stammt aus unserer Region,“ sagte Paasch nicht ohne Stolz. Alles schmeckte, einfach wunderbar!

An diesem Abend war es warm in Brüssel – sehr warm. Im Laufe des Abends spielte sich eine Art Dominoeffekt ab. Sobald der sehr lässige und stets höchst entspannte Oliver Paasch nach seiner kurzen Ansprache das Jackett ausgezogen hatte, atmeten vor allem jene Männer, die im feinen Zwirn erschienen waren, hörbar auf. Innerhalb kürzester Zeit legten sie ihre Jacketts ab, und so mutierte der Empfang auch kleidungsmäßig zum Biergarten-Look.

Wer das Brüsseler Netzwerk kennt, der weiß, dass es Profis gibt, die ihre Augen wie Haie durch den Raum gleiten lassen und nach der nächsten “wichtigen” Person Ausschau halten. Nicht so bei den Ostbelgiern, dazu sind sie zum Glück viel zu bodenständig, was zu ehrlichen und entspannten Gesprächen führte.

In der DG- Vertretung wurde an diesem Abend viel gelacht, diskutiert und gefeiert –  so als wäre man im heimischen Dorf, wo sich alle kennen. Und über die „Wir sind klein, aber oho-Ironie,“ wurde viel gewitzelt. Keine Frage: Die kleinste der drei Gemeinschaften Belgiens, mit ihrer Brückenfunktion zum Nachbarn Deutschland, leistet Großes – und hat es wieder fertiggebracht, eines der wohl entspanntesten Sommerfeste in Brüssel zu bieten.

 

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