
Von Heide Newson
Es gibt Momente im Jahr, die wirken so magisch, dass man an ein Naturwunder glaubt. Dem ist so alle Jahre wieder im April und Mai, wenn der Wald rund um Halle in ein tiefes, leuchtendes Blau getaucht wird. Wenn der Frühling in Belgien Einzug hält, verwandelt sich der Waldboden in ein schier endloses, wogendes Meer von blauen Blumen. Das 230 Hektar große Waldspektakel zieht jedes Jahr rund 60.000 Besucher an.
Die wilden Hasenglöckchen (Bluebells) in Halle sind geradezu legendär. Wer den Rundweg „Haller Spuren“ wandert, erlebt nicht nur ein Highlight für die Sinne, sondern wird von einem zarten Duft begleitet. Das Zusammenspiel aus dem frischen Hellgrün der Buchenwälder und dem kräftigen Violettenblau am Boden erzeugt einen magischen Kontrast, der gar nicht so leicht mit der Kamera einzufangen ist.
TIPPS FÜR EINEN BESUCH
Damit das blaue Wunder noch lange erhalten bleibt, sollten ein paar Dinge beachtet werden. Die Besucher werden dazu angehalten, auf den Pfaden zu bleiben. Denn sind die Pflanzen erst einmal zertreten, erholen sie sich in dieser Saison nicht mehr. Der Haller Wald ist zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Autofahrern wird empfohlen, die ausgeschilderten Parkplätze zu nutzen.
EIN ORT ZUM INNEHALTEN
In unserer hektischen Zeit ist der Besuch bei den Bluebells für mich mehr als nur ein wöchentlicher Spaziergang mit Wanderfreunden. Er ist vielmehr eine Einladung für mich, die Alltagssorgen zu Hause zu lassen, fest durchzuatmen, die Stille des Waldes zu genießen und ganz einfach die Natur zu bewundern. Und für einen kurzen Ausflug in den Haller Wald sollte man nicht so lange warten – denn so schnell wie der blaue Teppich gekommen ist, so schnell verschwindet er nach wenigen Wochen leider wieder.







Beiträge und Meinungen