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Countdown für das Oktoberfest im Brüsseler Cinquantenaire-Park läuft

Seit Samstag schäumen das Bier und die Stimmung in den Zelten auf der Münchner Theresienwiese über. Am 14. Oktober ist auch der Fassanstich im Jubelpark in Brüssel angesagt 

Von Thomas A. Friedrich

Zu Wochenbeginn wartete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zum Auftakt der Klausurtagung  der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz mit einer handfesten Personal-Überraschung auf. Der bisherige bayerische Europaminister Eric Beißwenger muss seinen Hut nehmen und verläßt das Kabinett schon Ende September. Seine Aufgaben übernimmt Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann. Er war bereits zuvor vom 12. November 2018 bis zum 10. Januar 2021 bayerischer Europaminister (als Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien). Im Zuge einer Kabinettsumbildung übernimmt er nun erneut die Zuständigkeit für Europa.

Das Oktoberfest entstand 1810 in München anlässlich der königlichen Hochzeit von Kronprinz Ludwig I. und Therese von Sachsen-Hilburghausen. Seither hat es sich zum größten Volksfest der Welt entwickelt. Alljährlich bringt es Millionen Besucherinnen und Besucher auf der berühmten Theresienwiese zusammen. Dabei sind in einer einzigartigen Atmosphäre bayerische Tradition, Bierkultur und Geselligkeit Trumpf.

Beißwenger räumt Posten für neuen Europaminister Herrmann

Am 10. September hatte Beißwenger noch im Bierkeller der Bayerischen Vertretung bei der EU das Fass bei der Bierprobe für das eigens für das Oktoberfest gegärte Spaten-Pils mit zwei gekonnten Schlägen zum Sprudeln gebracht. Jetzt kommt beim Startschuss im Cinquantenaire-Park am 14. Oktober die Aufgabe des Fassanstiches auf Herrmann zu. Der Staffelwechsel in der EU-Vertretung wird die Vorfreude auf das Brüsseler Oktoberfest nicht dämpfen können.

Bayern ist erstmals 2025 im Cinquantenaire-Park angekommen

Zum zweiten Mal gastiert Europas größtes Volksfest in der EU-Hauptstadt auf der Esplanade des Jubelparks. Zwar strömen nicht Millionen Besucher wie in der bayerischen Landeshauptstadt zum Volksfest in Brüssel, aber der Zustrom auf dem Filetgrundstück zwischen  der Avenue de Tervuren und dem Schuman-Platz wird von Jahr zu Jahr stärker.

Für zehn Tage – vom 14. bis 24. Oktober –  stehen die Zeichen ganz auf weiß-blau und bayerische Lebensfreude. Der Zeltaufbau hat bereits begonnen, und die diesjährige Veranstaltung im Herzen des Brüsseler Europaviertels gestaltet sich vielfältig. Folklorefans sowie Groß und Klein kommen mit Sonderveranstaltungen auf ihre Kosten.

Ladies Night lockt am 15. Oktober zu den „Damenwiesn“

Am Donnerstag, den 15. Oktober steht von 17 bis 23 Uhr das nach Ideen von Gräfin Merode ausgeschmückte Festzelt ganz im Zeichen von ausgelassener feierfreudiger Frauen-Power. Der Abend soll einflussreiche und inspirierende Frauen in Brüssel zusammen bringen. In einer eleganten, festlichen Atmosphäre bringt die „Damenwiesn“ Unternehmerinnen, weibliche Führungspersönlichkeiten aus den EU-Institutionen sowie aus Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft zusammen.

Familientag bietet vielfältiges Programm für Groß und Klein

Am Sonntag, dem 18. Oktober ist Familientag mit buntem Programm. Groß und Klein sind herzlich eingeladen, das Brussels Oktoberfest einmal anders zu erleben. In geselliger Atmosphäre bietet der „Family Day“ ein Festprogramm für die ganze Familie.

Mit dem Family Day wollten wir das Brussels Oktoberfest einem breiteren Publikum öffnen und einen Tag schaffen, den man gemeinsam als Familie genießen kann. Ein Erlebnis, bei dem sich jeder wohl fühlt – in einer herzlichen, geselligen Atmosphäre, die für alle Altersgruppen geeignet ist“, erklärt Prinz von Merode, Hauptorganisator der Veranstaltung. Ziel sei es, diesen Tag zu einem festen Termin für Familien in Brüssel zu machen.

Im Herzen des Parksyarks erwartet die Gäste eine entspannte und gesellige Stimmung. „Ideal, um das Event im Kreis von Freunden oder der Familie einmal anders zu erleben“, so Prinz von Merode im Gespräch mit Belgieninfo.

Rund um das Festzelt sorgen verschiedene Programmpunkte für Abwechslung: Aktivitäten für Groß und Klein, Entdeckungsmöglichkeiten und spielerische Erlebnisse in einem sicheren und festlichen Rahmen.

Ein besonderes Spektakel bieten dabei  die belgischen Armbrustschützen in ihren historischen Kostümen. Und es gibt auch Schnupperkurse im Armbrustschießen. Eine wahrhaft originelle Aktivität, die sowohl Kindern als auch Erwachsenen Spaß macht. Zahlreiche weitere Überraschungen runden diesen Tag ab, der darauf ausgelegt ist, Generationen zusammenzubringen und für ein gemeinsames Erlebnis zu sorgen.

Kinder bis einschließlich 15 Jahre haben in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt.

Last but not least informiert die Immobilienbranche über Belgium Real Estate

Am 21. Oktober steht das Oktoberfest im Zeichen von Chancen rund um den belgischen Immobilienmarkt. Das Oktoberfest-Zelt wird zum Branchentreffpunkt für die gesamte Immobilienwirtschaft in Brüssel. In einer geselligen und entspannten Atmosphäre bringt der Immo Day des Brüsseler Oktoberfests Fachleute, Investoren sowie zentrale Akteure des Marktes für einen Tag des Networkings und zur Geschäftspflege zusammen.

Reservierungen für Einzelpersonen, Gruppen und Familien sind auf der Website via Ticketmaster möglich: https://www.brusselsoktoberfest.be/

Interview mit Prinz von MERODE

Interview mit Prinz von MERODE zum Oktoberfest 2026 in Brüssel

BelgienInfo: In 2025 fand das Oktoberfest erstmals im Jubelpark statt. Wie ist die Bilanz, und was sind die Ziele für 2026?

Prinz von Merode: Die erste Veranstaltung war ein Riesenerfolg. Mit der Stadt Brüssel haben wir drei Jahre vorher verhandelt. Sie war sehr zufrieden. Auch von den Nachbarn rund um den Park kamen keine Beschwerden. Es hat alles reibungslos funktioniert. Und das wollen wir auch in diesem Jahr wieder hinkriegen. Unser Ziel ist es, jedes Jahr die Qualität noch ein wenig zu verbessern. Wir freuen uns, dass die Tradition seit über 20 Jahren hier in Brüssel wieder ihren Platz findet, ganz in der Nähe der EU und bei der Nato. Dies ist eine tolle Veranstaltung, die wir organisieren dürfen. Ich bin dem Freistaat Bayern und der Bayerischen Vertretung bei der EU dankbar, dass wir dieses Abenteuer zusammen mit Paul Legrand gestalten können.

Wieviele Besucher konnten Sie im vergangenen Jahr zählen?

Wir hatten im vergangenen Jahr knapp 12.000 Besucher und hoffen, in diesem Jahr diese Anzahl noch zu übertreffen. Wir verfügen mit der neuen Zeltgestaltung über mehr Plätze, und wir wollen in den folgenden Jahren das Festzelt auf bis zu 3.000 Sitzplätze ausbauen. In diesem Jahr sind wir mit einer Kapazität von 1.700 Plätzen aufgestellt. 

Was sind die Höhepunkte für 2026 am weißblauen Oktoberfest-Himmel in Brüssel?

Wie üblich bieten wir das traditionelle Essen und die authentische Oktoberfest-Band, die nach dem Münchner Oktoberfest hier in Brüssel aufspielen wird.

Als ein Highlight gleich am zweiten Tag, am 15. Oktober, werden bei den „Damenwiesn“ unter Ägide von Regine Sixt alle Damen rund um die EU sich treffen unter dem Motto „meet and brief“. Dabei wollen wir gleichzeitig an die Schwächeren in der Gesellschaft denken und den Erlös des Abend für die Regine Sixt-Stiftung spenden.

Weitere herausragende Programmpunkte bilden der Familientag am Sonntag mit den historischen Armbrust-Schützen sowie ein Tag der Immobilienbranche von Brüssel.

Alles wird teurer. Müssen sich die Besucher auf einen höheren Preis für die Maß einstellen?

Nein, es gibt keine Erhöhung. Wir sind in diesem Jahr beim gleichen Preis wie im Vorjahr mit 14,50 Euro. Man schluckt zuerst, wenn man für ein Liter Bier diesen Preis zahlt. Aber wir müssen ja auch alles von Bayern  herbeitransportieren. Das Spaten-Bier – mit dem wir zusammenarbeiten – gibt es ja hier nicht in Belgien. Es wird speziell importiert und mit viel Aufwand für das Oktoberfest eigens gebraut. Ja, wir wollen diese Qualität. Und wir bleiben damit unter dem Preis für die Maß auf der Theresienwiese.

Bayerische Tradition und Spezialitäten sind Trumpf. Wie tragen belgische Initiativen zum Gelingen des Oktoberfestes in Brüssel bei?

Das ist uns sehr wichtig, und wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen Bayern und Deutschland auf der einen und Belgien auf der anderen Seite. Schon im vergangenen Jahr konnten wir feststellen, dass nicht nur die Brussels Bubble rund um die EU das Oktoberfest besuchte, sondern mehr als 50 Prozent der Besucher Belgier waren. Besonders am Familientag am Sonntag, an dem die Folklore und Kultur von Brüssel die Programmgestaltung ausmachen und mit den bayerischen Gruppen mitziehen –  zusammen mit den europäischen Schützen. An diesem Tag vermischen sich die bayerische Tradition und die Brüsseler Tradition mit dem Meiboom und den Riesen.

Das Interview führte Thomas A. Friedrich

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