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Deutsche Schule Brüssel pflegt engen Kontakt zu Regensburger Domspatzen

Von Thomas A. Friedrich (auch Fotos)

Die Bayerische Freilichtbühne in Brüssel präsentiert die Regensburger Domspatzen. Unter weißblauem Himmel verwandelte sich der Innenhof der Bayerischen Landesvertretung in dieser Woche zur Konzertbühne. Auf der Außentreppe des Herrenhauses nahmen gut zwei Dutzend jugendliche Choristen aus der bayerischen Domstadt Regensburg zu einer halbstündigen Gesangsdarbietung Aufstellung.

Die 16- bis 17-jährigen bayerischen Vokalmusik-Begeisterten kamen nicht zum ersten Mal in die EU-Hauptstadt. Seit fünf Jahren unterhält das Musikgymnasium Regensburg einen intensiven Austausch mit der Internationalen Deutschen Schule Brüssel (IDSB). Dies geht auf eine langjährige Freundschaft der beiden Schuldirektoren zurück.

„Wir besuchen immer unsere Partnerschule, die Internationale Deutsche Schule in Brüssel. Der Kontakt kam zustande, weil ein sehr guter Freund von mir vor sieben Jahren Leiter der gymnasialen Oberstufe geworden ist. Wir haben dies damit besiegelt, dass wir in jeder zweiten Schulwoche im September nach Brüssel kommen und freuen uns, wenn die Brüsseler meist im Dezember zu den Weihnachtskonzerten nach Regensburg kommen“, erklärte der stellvertretende Schulleiter Christian Gröninger aus Regensburg im Gespräch mit Belgieninfo.

Der Dom St. Peter zu Regensburg, kurz Regensburger Dom genannt, ist die bedeutendste Kathedrale des Bistums Regensburg. Der Sakralbau gehört neben dem Kölner Dom zu den bedeutendsten gotischen Kathedralen in Deutschland.

Öffnung des jahrtausendalten Knabenchors für Mädchenstimmen

Die Regensburger Domspatzen zählen zu den ältesten Knabenchören der Welt und blicken auf eine über 1050-jährige Geschichte zurück. In der langen Historie bildeten traditionell Knaben den Korpus des Chores. Seit 2022 werden auch Mädchen an der Schule unterrichtet und bilden einen eigenen Mädchenchor am Regensburger Dom. Der traditionelle Konzertchor besteht als Knabenchor fort.

Gröninger hob die historische Dimension heraus und erläuterte: „Die Schule wurde vor 77 Jahren dem Chor angegliedert, damit die Schüler auch eine Heimat haben. Im Dom-Gymnasium konnten die Schüler – das heißt Knaben – lernen und dann natürlich jeden Sonntag im Dom singen. Die ursprüngliche Aufgabe der Domspatzen war ja, dass sie den Dom zum Lobpreis Gottes mit ihren Liedern ausschmücken.“

Bischof beharrt auf getrennten Auftritten im Dom

Unter den Jugendlichen finden sich bei diesem Mittags-Konzert vis-a-vis dem aufgestellten Maibaum im Brüsseler Bayernareal auch Mädchen des Domchors ein. „Es gibt heute drei Knaben- und Männerchöre und einen Mädchenchor“, erzählt der stellvertretende Regensburger Musikschulleiter weiter. Bei Schulausfahrten oder gemeinsamen Unternehmungen wie nun nach Brüssel und im vergangenen Jahr nach Berlin singen die Chöre durchaus gemeinsam.

„Es ist auch die Bedingung des Bischofs, dass die Chöre, die direkt dem Domkapitel beziehungsweise dem Bischof unterstellt sind, getrennt sind. Aber die Mädchen singen auch eigenständig die Messe an Sonntagen im Dom“, berichtet Gröninger. 

Die Domspatzen sind seit 2024 Teil des Immateriellen Kulturerbes Bayerns

Als zugehörige Schule der Stiftung Regensburger Domspatzen ist neben dem Gymnasium auch ein Internat angeschlossen, es fungiert als Bindeglied zum Chor. „Zusammen bilden Sie eine Einheit von Chor, Internat und Schule“, erklärte Gröninger und fuhr fort: „Wir sind ein staatlich anerkanntes Gymnasium, an dem man entsprechend ein staatlich anerkanntes Abitur ablegen kann.”

Mit Beginn des neuen Schuljahres zählt das Gymnasium 365 Schüler in den Klassen 5 bis 13. Den Unterricht erteilen 40 Lehrkräfte im traditionellen Schuldienst und zusätzlich ebenso viele Instrumental-Lehrer. Die Schule ist entsprechend in einen musischen sowie einen naturwissenschaftlichen Zweig unterteilt. 2024 wurden die Domspatzen als einer der vier bayerischen Knabenchöre in das Immaterielle Kulturerbe aufgenommen.

Neben Chormusik stehen auch Europa und das EU-Parlament auf dem Programm

Die jungen Regensburger Mädchen und Jungen sind nicht nur wegen ihrer musischen Neigung, sondern auch aus politischen Gründen in die europäische Hauptstadt gereist. Unter Leitung von zwei Lehrpersonen nahmen sie an einer Informationsveranstaltung des Europäischen Parlaments teil und besuchten den Brüsseler Plenarsaal. 

Gemeinsames Schulkonzert mit IDSB ein Höhepunkt des Besuchs der Domspatzen

Die Domspatzen nahmen sich bei ihrem mehrtägigen Besuch auch zwei Tage Zeit für den direkten Austausch mit Schülerinnen und Schülern der IDSB im Brüsseler Vorort Wezembeek-Oppem. So fand am 24. September ein gemeinsames Konzert der Regensburger Domspatzen und von Schülerinnen und Schülern in der Aula der IDSB statt.

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