
Rund 11 Kilometer, mittelschwer, teils befestigt, teils unbefestigt.
Startpunkt: Standbild von Pater René, gelegen an der Kreuzung von Veeweidestraat und Oliestraat, 3080 Duisburg
Öffentliche Verkehrsmittel: Tram 44 ab Montgomery bis Wezembeek Oppemlaan, De Lijn Linie 71 bis Duisburg Kerk, etwa 45 Minuten
Knotenpunkte: Richtung 402, 323, 202, 22, 23,203, 204, 217, 218, 205, 206, 504, 407, 418 und Richtung 402 – hinter Punkt 204 und an Punkt 407 werden kleine Abweichungen von der Knotenpunktroute angeregt).
Von Michael Stabenow
Kennen Sie Pater René? An der Kreuzung von Veeweidestraat und Oliestraat im zur flämischen Gemeinde Tervuren gehörenden Duisburg können Sie sich zumindest ein Bild dieses Geistlichen machen. Seit 2018 befindet sich dort eine kleine hölzerne Statue, ein Schnitzwerk des örtlichen Schreiners Gilbert Van Rossum. Pater René, so heißt es, soll sich in der Gegend großer Beliebtheit erfreut haben.
Das Standbild bildet auch den Ausgangspunkt dieser rund elf Kilometer langen Rundwanderung. Sie führt uns zunächst in südlicher Richtung über das Gebiet der Nachbargemeinden Overijse und Huldenberg sowie anschließend im großen Bogen (oberhalb der im Ijsetal gelegenen Ortschaft Loonbeek) wieder zurück zum Ausgangspunkt in Duisburg. Die Strecke ist abwechslungsreich. Sie verläuft weitgehend durch nicht von Menschen besiedeltes Agrarland. Und sie bietet eine stattliche Anzahl schattiger Hohlwege – in den auch in Belgien häufiger werdenden Hitzeperioden eine willkommene Abwechslung.
Wir lassen Pater René hinter uns und laufen zunächst in südlicher Richtung auf der Oliestraat zum Knotenpunkt 402. Beiderseits der Straße stehen Wohnhäuser, ehe es auf Kopfsteinpflaster, zum Teil mit mehr oder weniger getrocknetem Matsch bedeckt, für einige hundert Meter in einen Hohlweg hineingeht. Die Route verläuft sanft bergauf und dann zwischen Feldern bis zum Punkt 402, wo uns eine imposante Sommerlinde erwartet
Der zuletzt offenbar gründlich beschnittene Baum wurde an dieser Wegkreuzung, wie wir einer Hinweistafel entnehmen, vermutlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gepflanzt. Einige Meter neben dem alten Baum befindet sich eine 1984 restaurierte und der Heiligen Barbara gewidmete steinerne Kapelle.
Wir biegen an der Linde nach links ab und laufen auf dem Aardeweg Richtung Süden auf oder neben einem Kopfsteinpflasterbelag bis zum gut 700 Meter entfernten Punkt 323. Unterwegs kommen wir an dem linkerhand gelegenen Tierschutzheim Verts de Terre (http://www.vertsdeterre.be/) vorbei, das auch dem Wohlergehen von Pflanzen und Menschen gewidmet ist.
Den kurz vor dem Punkt 323 derzeit aufgetürmten und umfangreichen Bauarbeiten geschuldeten meterhohen Erdhaufen lassen wir rechts liegen. Auf einem mit zwei betonierten Streifen versehenen ebenen Weg laufen wir bis zum Punkt 202 weiter. Wer schon jetzt eine kleine Rast einlegen will, kann sich kurz hinter dem Punkt 323 auf einer Bank neben einem Kirschbaum niederlassen.
Wir laufen nun in Richtung des weitere 700 Meter entfernten, auf dem Gebiet der Gemeinde Huldenberg gelegenen Punkts 22 weiter. Zunächst geht es über einen nicht asphaltieren breiten Weg und dann, kurz vor der Hauptstraße, in südlicher Richtung auf einem schmaleren, von Bäumen und Sträuchern gesäumten Pfad bis zum Punkt 22. Dort biegen wir nach links zum Punkt 23 ab, laufen zwischen ein paar Häusern hindurch und überqueren die Huldenberg und Duisburg verbindende Hauptstraße.
Nun befinden wir uns inmitten von Feldern, auf denen in diesem Jahr offenbar außer Weizen und Gerste auffällig viel Bohnen angebaut werden. Am Punkt 23 geht es nach links ab zum rund 1,5 Kilometer entfernten Punkt 203. Nach einigen hundert Metern führt ein Hohlweg in eine Senke, wo Imker zur Linken ein „Bienenhotel“ betreiben. Anschließend geht es in einem Bogen nach links zurück auf das Plateau.
Am Punkt 203 biegen wir rechts auf einen ein weiteres Mal mit zwei Betonstreifen versehenen Weg (Hollestraat) ab. Links geht es zu der großen Einrichtung „Centrum Ganspoel“(https://www.ganspoel.be/) für – insbesondere – sehbehinderte Menschen. Wir laufen dagegen in östlicher Richtung zwischen Feldern hindurch und genießen herrliche Ausblicke über die Brabanter Hügellandschaft.
Hinter dem Punkt 204 geht es rund 900 Meter weiter bis zum Punkt 217, an dem wir in scharfen Winkel auf einen Pfad in Richtung des nachfolgenden Punkts 218 abzweigen. Wir können allerdings bereits ein Stück zuvor auf der Höhe des Campingplatzes Bergendal nach links auf die ebenfalls asphaltierte Biezenstraat einbiegen. Sie verläuft über eine Kuppe am Campingplatz entlang und dann ein ganzes Stück – mit Panoramablick – bergab.
Im Tal, auf der Höhe eines Gebäudekomplexes, geht es nach links auf der schmalen sowie im Regelfall auto- und traktorenfreien Ganzemanstraat zu den Punkten 205 und 206. Dort sehen wir linkerhand neben einem ansehnlichen Gehöft auch an diesem Tag ein paar kräftige Vierbeiner – hier wird die einheimische Pferderasse Belgisch Kaltblut gezüchtet. Auf der anderen Seite, neben einem Teich, fristen ältere Stuten und Wallache auf ausgedehnten Weiden einen idyllisch anmutenden Ruhestand.
Nach weiteren 600 Metern, nun wieder leicht bergauf, kommen wir auf dem Hohlweg Raffelberg – nun, für Feinschmecker der Landeskunde, kurz auf dem Gebiet des ebenfalls zu Gemeinde Tervuren gehörenden Vossem – am Punkt 504 an ein weiteres Gehöft. Statt der Pferde- steht hier die Rinderzucht im Vordergrund. Und wer Lust auf ein paar frische Eier hat, kann sich dort eindecken.
Wir verzichten lieber auf den Eierkauf, zumal der Weg nun eher holprig wird. Durch einen weiteren Hohlweg geht es in eine Senke und dort zwischen Feldern zum Punkt 407. Wem die Beine etwas zu schwer geworden sind, kann dort in Richtung des Punkts 402 nach links abzweigen und nach gut einem Kilometer und – natürlich – einem weiteren Hohlweg – zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückkehren.
Die zweite Option ist, den Weg weiter geradeaus in Richtung des Punkts 408 auf dem Weg Tramrelle fortzusetzen. Hier verlief einst die Zwarte Jean-Trasse, benannt nach einem von einer Dampflokomotive gezogenen Lokalbahnzug, der zwischen 1905 und 1959 Vossem mit dem wallonischen Hamme-Mille verbunden hat. Die Strecke diente nicht nur – bis 1957 – dem Personenverkehr, sondern – bis 1959 – auch dem Gütertransport, nicht zuletzt der schon damals auf dem fruchtbaren Boden gerne angebauten Zuckerrüben.
Viel ist von der einstigen Bahnstrecke nicht mehr zu sehen. Mit ein wenig Fantasie kann man sich jedoch ausmalen, wie es hier vor Jahrzehnten ausgesehen haben könnte. In die Gegenwart zurück holt uns ein am linken Rand gelegenes „Bienenhotel“ mit der an den Namen der Bahnstrecke angelehnten Bezeichnung „Zwette Jean“.
An der nächsten möglichen Abzweigung, kurz hinter einer am Wegesrand aufgestellten großen Bank, biegen wir leicht bergauf nach links ab. Kurz darauf kommen wir auf den vom Punkt 407 zum Punkt 408 führenden Hohlweg Er verläuft leicht bergab und bringt uns zum Standbild von Pater René zurück.







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