Aktuell, Belgien, Sport

Wie Rudi Garcia die „Roten Teufel“ auf Erfolgskurs bringen will

© rbfa

Belgiens Fußball-Nationalmannschaft steht in der Nations League vor zwei Entscheidungsspielen gegen die Ukraine

Von Michael Stabenow

Neue Besen kehren bekanntlich gut. Ob sich dieses Sprichwort auch auf den neuen belgischen Fußball-Nationaltrainer Rudi Garcia anwenden lässt, wird sich schon in den nächsten Tagen entscheiden können. So treffen die „Roten Teufel“ am Donnerstag – im spanischen Murcia – sowie am Sonntag im flämischen Genk auf die Nationalelf der Ukraine. In den Hin- und Rückspielen entscheidet sich der Verbleib im Oberhaus der Nations League. Gelingen soll der Neustart unter dem 61 Jahre alten Franzosen Garcia mit einer Mischung aus Jung und Älter sowie aus Fußball-Legionären und in der belgischen Jupiler League spielenden Kickern.

Im Vordergrund steht die Rückkehr des bei Real Madrid unter Vertrag stehenden Torhüters Thibaut Courtois. Er hatte sich mit Garcias zuletzt ziemlich glücklosen deutschen Vorgänger Domenico Tedesco überworfen. Aus Verärgerung über die Rückholaktion will der von 2015 bis zu seinem Wechsel nach Saudi-Arabien im vergangenen Jahr beim VfL Wolfsburg spielende Torhüter Koen Casteels jetzt offenbar der Nationalmannschaft den Rücken kehren.

Neben Courtois dürften mit dem bisherigen Mannschaftskapitän Kevin De Bruyne von Manchester City und dem seit vergangenen Sommer beim SSC Neapel unter Vertrag stehenden Mittelstürmer Romelo Lukako zwei weiteren Vertretern der ruhmreichen „Goldenen Generation“ der Roten Teufel zentrale Rollen zukommen. Im Gegensatz zu manchen Spekulationen verzichtete Garcia darauf, altgediente Haudegen wie die Stürmer Dries Martens (37 Jahre), Christian Benteke (34 Jahre) und den inzwischen auch schon 36 Jahre alten, bei Atletico Madrid nur noch sporadisch zum Einsatz kommenden Mittelfeldmann Axel Witsel wieder ins Aufgebot zu berufen.

Auffällig ist, dass im Kreis der Anwärter nicht nur der routinierte Mittelfeldspieler Hans Vanaken, sondern auch der ebenfalls beim Landesmeister FC Brügge spielende Abwehrmann Bryan Mechele zu finden ist. Er hat zuletzt durch starke Auftritte in der Champions League auf sich aufmerksam gemacht. Während Vanaken und Mechele beide über 30 Jahre alt sind, ist der ebenfalls beim FC Brügge spielende und ausgesprochen dynamische Linksverteidiger Maxime De Cuyper erst 24 Jahre alt. Vier Jahre älter ist der ebenfalls in der belgischen Liga, beim souveränen Tabellenführer RC Genk als Mannschaftsführer spielende defensive Mittelfeldmann Bryan Heynen, der bisher noch kein einziges Länderspiel bestritten hat.

Zu den interessanten Neulingen im Aufgebot von Garcia zählen der bei Glasgow Rangers im Mittelfeld spielende 24 Jahre alte Nicolas Raskin sowie der gerade erst 18 Jahre alte Abwehrspieler Jorthy Mokio von Ajax Amsterdam. Auch auf eine Reihe von Routiniers will der neue Nationaltrainer zurückgreifen. Dazu zählen die Abwehrspieler Timothy Castaigne (Fulham FC), Thomas Meunier (OSC Lille), Wout Faes (Leicester City), Leandro Trossard (Arsenal London) sowie Youri Tielemans (Aston Villa).

Nicht einsatzbereit ist der ebenfalls in Birmingham bei Aston Villa unter Vertrag stehende Mittelfeld-Mann Amadou Onana, eines der größten Talente des belgischen Fußballs. Abwehrspieler Artur Theate, bei Eintracht Frankfurt eine absolute Stammkraft, steht ebenfalls verletzungsbedingt für den Einsatz gegen die Ukraine am Donnerstag auf der Kippe. Nicht entgangen sein dürfte Nationalcoach Garcia, dass der bei RB Leipzig spielende Stürmer Lois Openda am vergangenen Wochenende beim 2:0-Erfolg seines Vereins gegen Borussia Dortmund sein achtes Saisontor erzielt hat.

Noch herrscht Rätselraten darüber, mit welchen Spielern Garcia in die Duelle gegen die Ukraine gehen wird. Der Franzose gilt als Anhänger einer offensiv ausgerichteten 4-3-3-Aufstellung. Das könnte dafür sprechen, dass neben De Bruyne als zentraler Mittelfeldakteur und Lukako als Mittelstürmer der in Brügge spielende Vanaken eine Chance in der Startelf erhalten könnte.

Garcia ließ sich auch bei der Vorstellung des 26 Spieler umfassenden Mannschaftskaders am vergangenen Freitag nicht in die Karten schauen. Kein Zweifel herrscht jedoch an den Zielen, die der belgische Fußballverband dem Trainer und er sich selbst vorgegeben hat: den Verbleib im Oberhaus der Nations League sowie – noch wichtiger – die Qualifikation der Roten Teufel für die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2026.

Leave a Comment

Ihre E-Mail-Adresse wird veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.