Die Leute, Gesellschaft

NRW-Vertretung außer Rand und Band

Von Heide Newson

Das „bönnsche“ karnevalistische Brauchtum ist mittlerweile eine liebgewonnene Tradition in Brüssel. Am Montag waren in der NRW-Vertretung nicht nur die Jecken los, sondern das Bonner Prinzenpaar, Prinz Roland I. und Bonna Stephanie III. übernahm das närrische Treiben in der Brüsseler „Diplomatie“.

Bereits in den frühen Morgenstunden war das Prinzenpaar mit großem Gefolge, begleitet vom Kinderprinzenpaar, nach Brüssel aufgebrochen, um rheinische Lebensfreude in die EU-Metropole zu bringen.

Auf ihrem Weg machten die Tollitäten einen Stopp bei ihren karnevalistischen „Verwandten“ in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, bevor sie ihren Weg nach Brüssel fortsetzten und dort das Europaparlament und die NRW-Vertretung „stürmten“. Es ist schon ein skurriles und wunderbares Bild, wenn die bunten Uniformen der Bonner Stadtsoldaten durch die sterilen, modernen Flure des Parlaments ziehen, wo das Zepter für einen Moment wichtiger ist als jede EU-Richtlinie.

Schon bevor das Prinzenpaar in Begleitung seines Gefolges sowie dem Bonner Europaabgeordneten Axel Voss mit Trommeln, Fanfaren und karnevalistischen Hits in die NRW-Vertretung einmarschierte, war die Stimmung bombastisch. Es wurde geschunkelt, während es „Bonn Alaaf“ durch die Räume schallte.

In Bonn, so war von Prinz Roland I. zu erfahren, herrsche gerade jetzt ein absoluter Ausnahmezustand, denn in Bonn feiere man 200 Jahre Karneval, den ältesten im Rheinland. Und schon gab‘s einen leichten Protest, während alle Augen auf den sympathischen Lobbyisten Ralph Kamphörner gerichtet waren, dem der Düsseldorfer Karneval im Blut liegt oder geradezu in die Wiege gelegt wurde. Und das mit dem ältesten (Bonner) Karneval wollte der Düsseldorfer in seiner humorvollen Art nicht so ganz im Raum stehen lassen. Na ja, der Düsseldorfer Karneval sei wohl ein Jahr älter, räumte Prinz Roland I. ein, und Ralph und alle Düsseldorfer (Narren) schmunzelten zufrieden. Und schon schallte es wieder „Bonn Alaaf,“ „NRW-Vertretung Alaaf,“ „Europa Alaaf,“ durch die karnevaleske NRW-Vertretung.

Gerade im Jubiläumsjahr „200 Jahre Bonner Karneval“ wolle man den Karneval als Kulturerbe sichtbar machen, so der Bonner Prinz Karneval. Karneval bringe Menschen zusammen, egal welche Sprache sie sprächen. Ferner bedankte er sich bei Rainer Steffen, Leiter der NRW-Landesvertretung für die Einladung. Für ihn sowie seine Stellvertreterin Susanne Metzler gab‘s gleich zwei Orden, einen von Prinz Roland I. und den zweiten vom Kinderprinzenpaar. Und dann lautete der närrische Ruf ununterbrochen „Bonn Alaaf,“ „Brüssel Alaaf“, „NRW-Vertretung Alaaf“, während die karnevalistische Stimmung ihren fröhlichen Siedepunkt erreichte, und keiner nach Hause oder zurück ins Büro gehen wollte.

 

 

 

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