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Die „Stunde für die Erde“ ohne Licht

Die Stadt Brüssel beteiligt sich am Samstag an der jährlichen WWF-Aktion

Von Heide Newson

Die 2007 von der Naturschutzorganisation „World Wide Fund for Nature“ (WWF) ins Leben gerufene „Earth Hour“ feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. An diesem Tag werden eine Stunde lang an tausenden Orten weltweit symbolisch die Lichter ausgeschaltet, um auf den Klimanotstand und die Notwendigkeit des Schutzes der Artenvielfalt aufmerksam zu machen. Auch die Stadt Brüssel beteiligt sich am 28. März an der WWF-Aktion.

Berühmte Wahrzeichen wie der Pariser Eiffelturm, das Opernhaus in Sydney oder das Kolosseum in Rom werden einbezogen. In Brüssel wird von 20.30 bis 21.30 Uhr die Beleuchtung mehrerer bekannter Wahrzeichen wie die barocke und gotische Fassadenfront der Häuser auf einem der schönsten Plätze Europas, der Grand´Place, dem 2022 eröffneten Verwaltungszentrum Brucity, aber auch am Atomium abgeschaltet.

Brüssel unterstreicht mit der Teilnahme an der Earth Hour das Engagement für die ökologische Transformation. Die Earth Hour sei weit mehr als eine symbolische Geste, sie sei ein Weckruf angesichts des Klimanotstands, betonte der Brüsseler Stadtrat für Klima, Frederik Ceulemans. „Am 28.März schalten wir die Lichter aus, um das kollektive Bewusstsein für die Umwelt zu entfachen“, erläuterte der liberale Politiker.

BRÜSSEL NEU ENTDECKEN

Es ist fast ein magisches Erlebnis, wenn die prunkvollen Goldfassaden auf der Grand`Place plötzlich nicht mehr angestrahlt werden. Man nimmt dann die Architektur und die Stille der Stadt ganz anders wahr. Viele Restaurants im Viertel Sainte-Catherine oder in Ixelles machen mit und dimmen das Licht oder zünden Kerzen an. Es sei die perfekte Gelegenheit für ein richtig entschleunigtes Abendessen, so die beteiligten Gastronomen. Und wenn die Straßenbeleuchtung im Atomium oder im Parc du Cinquantennaire reduziert würde, habe man eine bessere Chance, die Sterne zu sehen, hieß es.

Die Earth Hour sei, so Stadtrat Ceulemans, die größte freiwillige Umweltaktion der Welt. Er fügte hinzu: „Wenn Millionen Menschen in über 190 Ländern mitmachen, untermauert das die Tatsache, wie wichtig den Politikern und Bürgern das Thema Umwelt ist. Das ist in Belgien ebenso der Fall. Deshalb machen wir mit.“

Fotos: Hanna Penzer

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