Brüssel, Jugend recherchiert und schreibt

“Nie wieder” gilt auch jetzt!

Von Anna, Hannah und Hannah (Klasse 10a)

Clara Kottow, Rose Schlösinger, Marin Poirier und Giuseppe Pagano sind nur ein paar Namen von Menschen, die ein ganz unterschiedliches Leben geführt haben, jedoch heute alle durch die sogenannten Stolpersteine gewürdigt werden.

Dementsprechend handelt es sich beim „Stolperstein“ um einen Pflasterstein mit einer Messingplatte, der vor dem letzten bekannten Wohnort eines Holocaust-Opfers in den Boden eingelassen wird. Diese Art von Erinnerung wurde von Gunter Demnig in Köln erfunden.

Es gibt eine große Vielfalt von Meinungen zu diesem Thema – natürlich auch Kritiker. So sagt Charlotte Knobloch, die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, es sei eine neuerliche Respektlosigkeit den Opfern gegenüber, weil die Menschen mit ihren Füssen auf die Steine träten.

An der Internationalen Deutschen Schule Brüssel (IDSB) wurde das Erinnerungskultur-Projekt unter Bezug auf die Stolpersteine eingeführt. Die Schüler und Schülerinnen bekamen die Aufgabe, einen Menschen, an den mit einem Stolperstein erinnert wird, als Individuum zu präsentieren und sein Leben nicht nur anhand von Nummern zu erzählen.

Alle Schüler hatten einen persönlichen Grund, weshalb sie ihre jeweilige Person ausgewählt haben – ob es aufgrund der Berufswahl der Person war oder ob es wegen des letzten bekannten Wohnortes war. Ziel ist es dabei, die Aufmerksamkeit auf öffentlich bisher unbekannte Geschichten zu lenken.

Die Schülerinnen und Schüler sind sich darin einig, dass das Stolperstein-Projekt von Bedeutung für die Schule ist, um Kindern die Schicksale von Menschen im Zweiten Weltkrieg näherzubringen. Außerdem ist es wichtig zu zeigen, wie man solche Tragödien richtig anerkennt und würdigt. Darauf sollte besonders in einer deutschen Schule im Ausland Wert gelegt werden. Kein Zweifel: Dieses Projekt hat uns vor Augen geführt, wie wichtig es ist, dass “Nie wieder!” auch jetzt gilt.

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