Belgien, Das Land

Ein historisches Erbe erfindet sich neu

Von Heide Newson

Der “Parc du Cinquantenaire“ im Herzen des Brüsseler Europaviertels ist mehr als nur eine Grünanlage – er ist ein Symbol belgischer Identität. Mit seinem monumentalen Triumphbogen und den weitläufigen Museumshallen (Autoworld, Armeemuseum, Kunst&Geschichte) ist er nicht nur eine beliebte grüne Idylle, sondern zugleich von historischer Bedeutung. Doch der Zahn der Zeit hat an den Fassaden und an der Infrastruktur der Museumshallen genagt. Zum 200. Jubiläum der Unabhängigkeit Belgiens im Jahr 2030 soll er in neuem Glanz und alter Glorie erstrahlen.

ÖFFENTLICHE AUSSCHREIBUNG

Aus diesem Grund wurde eine öffentliche Ausschreibung für eine Neugestaltung des Parks, einschließlich der Renovierung der Sportplätze und Fußwege, gestartet. Obwohl für die Renovierungsarbeiten weniger Mittel als ursprünglich geplant zur Verfügung stehen, soll der „Jubelpark“ rechtzeitig zu Belgiens 200. Ehrentag fertig sein, und dann soll es viel zum Jubeln geben. Der Park, im neuen stilvollen Gewand, soll Brüssels Rolle als Hauptstadt Belgiens und seine internationale Rolle und Bedeutung unterstreichen. Überwacht werden die Arbeiten von Beliris, der föderalen Einrichtung für Infrastrukturprojekte in der Hauptstadtregion. Dabei geht es den Verantwortlichen nicht mehr nur darum, in die Vergangenheit zu blicken, sondern aus dem Museumsquartier einen Ort für Wissenschaft, Nachhaltigkeit und lebendigem „Campus“ zu schaffen. Neue Dächer, isolierte Fenster und moderne Fassaden sollen die Museen fit für das nächste Jahrhundert machen.

EIN NOCH GRÜNERER PARK UND DAS MIT HOLLYWOODS SUPERSTAR BRAD PITT

Gleichzeitig soll der Park noch grüner werden. Die Wege werden mit wasserdurchlässigen Materialien erneuert, und die Biodiversität soll durch eine dichtere, vielfältigere Bepflanzung gestärkt werden. Es sollen neue Ruhezonen, Spielplätze und sogar Sportflächen entstehen.

Als ich unlängst an einem Montag durch den Cinquantenaire Park spazieren wollte, war er zu meiner Überraschung und Enttäuschung gesperrt, und ich hatte keine blasse Ahnung warum. Mal wieder so eine Demonstration, dachte ich. Aber weit gefehlt: Die Polizei habe ihn für die Öffentlichkeit geschlossen, da dort gerade Szenen für den kommenden Film „The Riders“ mit Brad Pitt in der Hauptrolle gedreht würden. Das diene der Ruhe während der Dreharbeiten, mehr dürfe er dazu nicht sagen. Der Park sei für jeden geschlossen, auch für die Presse, so ein Ordnungshüter im barschen Ton.

Wow….Hollywood Super Star Brad Pitt “in town“, und dann im Jubelpark, das wollte ich mir nun wirklich nicht entgehen lassen. Und da ich zudem ein großer Fan von ihm bin und wusste, dass es mehrere Eingänge zur Parkanlage gibt, versuchte ich mein Glück an anderen Zugangsstellen. Aber sie waren alle gesperrt, und Barrieren rund um das Filmgelände versperrten mir die Sicht. Ob Brad Pitt in diesem Augenblick dort gerade eine Filmszene drehte, und ob er tatsächlich in Brüssel war, konnte ich von den Sicherheitsleuten nicht erfahren, sie alle hatten einen Maulkorb verpasst bekommen.

Ein Kollege von der Zeitung „Het Laatste Nieuws“ sagte jedoch, dass er Brad Pitt im Park gesehen habe. Und mittlerweile ist das sorgfältig gehütete (Montags-)Geheimnis gelüftet. Brad Pitt war am 30. März tatsächlich im Jubelpark und hat dort für seinen neuen Film gedreht. Zu dumm, dass ich ihn nicht gesehen habe. Aber vielleicht kommt er anlässlich des 200. Geburtstags Belgiens in Europas Hauptstadt – zur Einweihung des Jubelparks. Wer weiß…

Fotos: Heide Newson ud Hanna Penzer

 

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