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Brüssels traditioneller Autosalon nimmt wieder Fahrt auf

Foto: Hanna Penzer (2025)

Von Michael Stabenow

Es hat Jahre gegeben, da sind mehr als 700000 Schaulustige zum Brüsseler Autosalon gepilgert. Auch die 102., noch bis zum 17. Januar laufende Ausgabe der inzwischen unter „Brussels Motor Show“ firmierende Messe dürfte wieder viele Menschen in das neben dem unweit des Atomiums gelegenen Heysel-Ausstellungsgelände locken. Der für die Organisation verantwortliche belgische Verband der Automobilindustrie (Febiac) erwartet rund 300000 Besucherinnen und Besuchern.

Da zu Stoßzeiten, nicht zuletzt in den Vormittagsstunden am Wochenende, mit großem Andrang zu rechnen ist, empfiehlt der der Verband, die Ausstellung zu späterer Uhrzeit oder – noch besser, falls möglich, am kommenden Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag zu besuchen. „Das kann das Salonerlebnis nur angenehmer machen“, erklärte Febiac-Direktor Frank Van Gool. Insgesamt sind 435 Autos und 310 Motorräder von insgesamt knapp 100 Herstellern ausgestellt. Für elf Modelle gibt es eine Weltpremiere, weitere 16 sind erstmals in Europa zu sehen.

Wie erklärt es sich, dass die Brüsseler Automobilschau weniger Besucher als einst anlockt? Ein Publikumsmagnet war er einst, weil er im Gegensatz zu den meisten anderen Messen, darunter auch die jetzt in München stattfindende deutsche Internatioanle Automobilausstellung, ein ausgesprochener „Verkaufssalon“ war. Während der zehn Tage laufenden Veranstaltungen wurde, unterstützt durch „salonspezifische“ Rabattaktionen, ein Großteil des jährlichen Absatzes von Fahrzeugen erzielt. Seit längerem bieten die belgischen Automobilhändler die Vergünstigungen auch außerhalb des Messegeländes und zuweilen auch bis in den Februar hinein an. Aber auch im Jahr 2026 hat die Brüsseler Ausstellung durchaus noch den Charakter eines „Verkaufssalons“.

Dass rund 1100 Journalistinnen und Journalisten eine Rekordanzahl zum „Tag der Presse“ am Freitag akkreditiert war, zeugt vom wachsenden Interesse an der Brüsseler Veranstaltung. Das Interesse dürfte aber auch damit zusammenhängen, dass die Konkurrenzveranstaltung in Genf in der herkömmlichen Form vom Terminkalender verschwunden ist. Für Aufmerksamkeit sorgte vor Eröffnung des Automobilsalon, dass eine fast 60 Mitglieder umfassende internationale Jury den seit Mitte vergangenen Jahres in Europa vertriebenen Mercedes Benz CLA, der in vollelektrischer Ausführung über eine Reichweite von knapp 800 Kilometer verfügen soll, als „Auto des Jahres 2026 ausgezeichnet hat.

Hinter dem Siegermodell landete der Skodia Elroq, gefolgt vom Citroën C Aircross und dem Fiat Grande Panda. Zu den „Weltpremieren“ zählen neuen Version des Peugeot 408, des Opel Astra, der Kleinwagen Kia EV2 sowie das elektrisch angetriebene SUV-Modell Mazda C-6e. Stark präsent sind in Brüssel chinesische Hersteller. Auch wenn Elektromodelle im Blickpunkt stehen, sind auch, vor dem Hintergrund des von der EU über das Jahr 2035 hinaus verschobene „Verbrenner-Aus“ zahlreiche Hybridautos und herkömmliche Benziner zu sehen.

Nach Febiac-Angaben wurden im vergangenen Jahr in Belgien insgesamt 414770 Autos neu zugelassen – dies entspricht einem Rückgang um 7,5 Prozent gegenüber 2024.

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