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Ausnahmezustand in der Brüsseler Innenstadt, im positiven Sinne

Foto: Hanna Penzer (2026)Von Heide Newson

Am Samstag haben die Straßen in der Brüsseler Innenstadt regelrecht gebebt. Aber im positiven Sinne. In den Gassen rund um die Rue du Marché au Charbon dröhnte ein wilder Mix aus Pop, Techno und Diskomusik anlässlich des 30. Jubiläums der “Brüsseler Pride“ direkt aus den Bars auf die Fußgängerzone. Rund 200.000 Menschen verwandelten die Brüsseler Innenstadt in ein riesiges, farbenfrohes (LGBTQIA+) Fahnenmeer, während tausende Menschen friedlich Seite an Seite tanzten, das Leben feierten, völlig egal woher sie kamen, wer sie sind, ob nun heterosexuell, schwul, transgender, intergeschlechtlich, und alles andere als der heterosexuellen „Norm“ entsprechend.

Der „Pride March“

Der eigentliche Umzug startete um 14.30 Uhr am Mont des Arts und zog sich sehr bunt und schrill stundenlang durch das Zentrum. Von aufwendigen Drag-Queens in glitzernden Outfits über Menschen in bunten Kostümen bis hin zu Familien in Alltagskleidung war alles vertreten. Es wurde getanzt, Konfetti geworfen und Schilder mit Botschaften für Gleichberechtigung in die Höhe gestreckt. Musikalisch war für jeden Geschmack etwas dabei, die vielen Plätze und Ecken wurden unterschiedlich mit hippen Songs beschallt. Dreh-und Angelpunkt am Mont des Arts war die große Bühne, wo die Stimmung so richtig eingeheizt wurde. Der Brüsseler LGBTQIA-Chor „Sing out of Brussels“ sorgte für Gänsehautmomente.

Am späten Nachmittag und Abend verwandelte sich der Platz in eine riesige Open-Air-Disco. Elektronische Beats wurden mit afrikanischen und tropischen Songs gemischt. Das offizielle Motto des Tages lautete „Wenn die Zeiten dunkler werden, strahlen wir umso heller” – und genau so war’s. Die Atmosphäre war eine perfekte Mischung aus ausgelassener, unbeschwerter Party Stimmung und stolzem, kraftvollem Aktivismus mit klaren Ansagen.  Dabei herrschte ein extrem starkes Gefühl von Toleranz und Zusammenhalt. Wildfremde Menschen lagen sich den Armen, lachten und feierten friedlich zusammen, ein leuchtendes Statement für Liebe und Toleranz mitten im Herzen Europas.

Foto: Hanna Penzer (2026)

 


 

Foto: Hanna Penzer (2026)

 


 

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