Brüssel, Jugend recherchiert und schreibt

ICE zu „cool“ für die Beachtung von Regeln?

Von Madeleine, Nicole und Sara (Klasse10a)

 Vor zwei Jahren hatte das Wort „ice“ eine ganz andere Bedeutung. Viele denken an das Dessert, andere an die Kälte. Die Wahrheit ist, dass der Begriff heutzutage eher eine – politische – Nebenbedeutung hat: United States Immigration and Customs Enforcement, kurz ICE

Es handelt sich um eine 2003 gegründete Behörde. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Einwanderungs- und Sicherheitsgesetze innerhalb und außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika durchzusetzen. ICE gehört zum Department of Homeland Security, dem amerikanischen Heimatschutzministerium.

ICE sollte sich vor allem um Menschen kümmern, die ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung (Green card) im Land sind und eine Bedrohung für nationale und öffentliche Sicherheit darstellen. In diesem Fall haben die ICE-Mitarbeiter das Recht, diese Personen festzunehmen und abzuschieben. Außerdem sollen sie sie auch gegen internationale Kriminalität, insbesondere Menschenhandel oder Drogenhandel, vorgehen.

Die ICE-Bediensteten dürfen jedoch nicht übermäßige Gewalt anwenden, vor allem gegen unschuldige Bürger oder wenn sie ohne rechtliche Basis vorgehen.

In den Nachrichten bekommt man seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump Anfang 2025 allerdings häufig mit, wie ICE gegen diese Regeln verstößt. Es ist oft von Verletzung von Grundrechten, zum Beispiel beim Umgang mit friedlichen Demonstrierenden, von ungerechtfertigten Festnahmen sowie vom sogenannten Racial Profiling die Rede. Damit ist die Diskriminierung bei der Strafverfolgung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Glaubens gemeint. Studien und Daten zeigen, dass ICE unverhältnismäßig viele Angehörige dieser Gruppen festnimmt.

Bemerkenswert daran ist jedoch, dass dieses Vorgehen anscheinend von der Regierung geduldet und sogar ermutigt wird. Präsident Trump und andere staatliche Vertreter drücken häufig ihre Unterstützung für die Behörde aus und loben ihre „Professionalität“.

Viele legale Immigranten, die ihr Zuhause in den Vereinigten Staaten gefunden haben, fürchten nun um ihre Sicherheit. Sie trauern um das Land der Freiheit und Hoffnung, in dem sie ihr Leben aufgebaut haben. Vergessen scheint das inoffizielle Motto der Vereinigten Staaten: e pluribus unum (aus Vielen Eines).

Leave a Comment

Ihre E-Mail-Adresse wird veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.