
Rund 11 Kilometer, knapp drei Stunden, mittelschwer, überwiegend unbefestigt, Steigungen von insgesamt 166 Höhenmetern
Startpunkt: An der Abtei von Vlierbeek, Alberdingk Thymlaan, 3010 Leuven
Knotenpunkte: 42, 48, 47, 19, 12. 13. 101, 44, 45, 43, 41, 4
Anfahrt ÖPNV: SNCB/NMBS Intercity Brüssel Central – Löwen; ab Busbahnhof dann mit De Lijn Linie 1 bis zur Haltestelle Kessel-Lo Provincial Recreatiecentrum; Fahrtzeit rund 45 Minuten.
Von Michael Stabenow
Wer die Umgebung von Löwen erkundet, ist immer wieder von der Vielfalt der Landschaft überrascht. Südlich der Universitätsstadt erstreckt sich das große Waldgebiet von Heverleebos und Meerdaalwoud. Nach Westen geht die Landschaft in die flämische Tiefebene über. Nach Norden und Osten erstreckt sich das hügelige Hageland – mit einer Abwechslung von Weide- und Ackerland sowie neuerdings auch zunehmend Weinbergen.
Einen guten Eindruck hiervon vermittelt diese etwa elf Kilometer lange Rundwanderung, Sie beginnt und endet vor den Toren der einstigen Benediktinerabtei Abdij van Vlierbeek. Meist entgegen dem Uhrzeigersinn führt uns die Route auf weitgehend verkehrsarmen und -freien Wegen durch abwechslungsreiches und wiederholt recht steiles Gelände.
„Offiziell“ beginnt die „Vlierbeek Wandeling“ am nahe der ehemaligen Abtei gelegenen Knotenpunkt 42. Das Auto kann man kurz vor dem Eingangstor stehen lassen. Die Gründung der Vlierbeek-Abtei reicht neun Jahrhunderte zurück – in das Jahr 1125. Zunächst stand hier eine Lehm-, später dann eine Steinkirche im romanischen Stil, wie wir einer Informationstafel entnehmen können.
Die Abtei teilt das Schicksal anderer religiöser Stätten im heutigen Belgien. Wenige Jahre nach dem calvinistischen Bildersturm zerstörten Truppen von Wilhelm von Oranien im Jahr 1572 die Abtei. Sie wurde wiederaufgebaut, ehe das Gelände in den Wirren der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts verkauft wurde. Die späteren Bemühungen, die Abtei wieder mit Leben zu erfüllen, scheiterten.
Heute steht das Gelände mit der Anfang dieses Jahrhunderts restaurierten imposanten Kirche sowie den dazugehörigen Bauten unter Denkmalschutz. Südlich der Kirche schließt sich ein Friedhof an, unter anderem mit Grabstätten britischer Soldaten und einheimischer Widerstandskämpfer aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Westlich, gegenüber der Kirche, findet sich die Gaststätte „In den Rozenkrans“ mit einem Außenbereich, der außerhalb der kühlen Jahreszeit auch Besucher des nahegelegenen Freizeitgeländes von Kessel-Lo anlockt. Die Gastwirtschaft ist täglich außer dienstags und mittwochs ab 11 Uhr geöffnet und bietet ab 13 Uhr auch warme Mahlzeiten an.
Wir verlassen das Gelände der ehemaligen Abtei in nördlicher Richtung und zweigen am Knotenpunkt 42 nach rechts auf einen schmalen Weg ab, der uns entlang eines kleinen Wasserlaufs durch eine Wiesenlandschaft zum Punkt 48 führt. Dort biegen wir nach links ab auf die von Wohnhäusern gesäumte Straße Negenbundespad, die kurz darauf in die Schoolbergenstraat einmündet. Wir laufen einige Minuten in östlicher Richtung, ehe es links in den schmalen Martellekensweg in waldigem Gelände bergauf in den „Kloosterbos“ geht.
Am Punkt 47 gehen wir geradeaus in Richtung des über zwei Kilometer entfernten Punkts 19 weiter. Nach einer kurzen Kopfsteinpflasterpassage gelangen wir auf unbefestigtem Untergrund auf ein Plateau und zweigen in einen „Veldweg“ genannten Waldweg ein. Anschließend gelangen wir in einem größeren Bogen wieder in ein Tal und laufen ein längeres Stück in nordöstlicher Richtung auf der verkehrsberuhigten Sneppenstraat.
Links entdecken wir die nächste Hügelkette, rechts Wiesen und Wälder sowie dazwischen immer wieder ein paar schmucke Anwesen. Es handelt sich um deutliche Anzeichen der für Flandern typischen Zersiedlung, von der auch die Waldgebiete im Löwener Raum leider nicht verschont geblieben sind. Staunen müssen wir kurz, als wir linkerhand in einem Vorgarten ein wohl hier seinen Ruhestand fristendes Motorboot erblicken.
An einem großen, länglichen Wirtschaftsgebäude biegen wir nach links auf die Slangenstraat ab und kommen kurz darauf zu dem an der Grenze zur Nachbargemeinde Holsbeek gelegenen Punkt 19. Dort zweigen wir nach links in Richtung des Punkts 12 ab. Nun erreichen wir die Ausläufer des umfangreichen Mischwaldes Chartreuzenbos. Auf der Höhe kommen wir in freies Gelände und biegen auf einen asphaltierten Weg nach links ab. Rechterhand befindet sich das kleine, aber offenbar, dem Klimawandel sei Dank, expandierende „Wijndomein Chartreuzenberg“.
Wir bleiben zunächst auf dem Plateau und gelangen nach den kurz voneinander entfernten Punkten 12 und 13 zum – abermals – in waldigen Gelände gelegenen Punkt 101. Auch hier fällt auf, dass immer wieder recht schmucke Wohnhäuser gebaut werden durften. Auf der rechten Seite erahnt man bei Blick durch die Bäume hindurch ebenes Gelände. Der Weg führt weiter auf und ab, ehe wir am Punkt 44 wieder auf der Höhe nach links in Richtung des Punkts 45 abbiegen. Rechterhand befindet sich der Waldspielplatz „Speelbos Begijnenbos“.
Am Punkt 45 geht es weiter rechts ab. Der Weg führt nun steil hinab in bebautes Gelände. Wir biegen nach rechts auf die Bergstraat und dann anschließend nach links auf die Liemingenstraat ab. Dann zweigen wir nach rechts auf die Straße Op de Vliet ab. Sie wird – im Gegensatz zu den vielen schmucken Villen, die wir zuvor gesichtet haben – von einfacheren Wohnhäusern gesäumt. Am Punkt 43 biegen wir nach links auf den Genadeweg ein, an der nächsten Ecke dann auf den Wilselesteenweg. Vorsicht bitte! Die Wegmarkierung lässt an dieser Stelle zu wünschen übrig.
Nach ein paar Schritten nach rechts überqueren wir die Hauptstraße und nehmen dann den nach links abführenden schmalen Witte Vrouwenpad. Am Punkt 41 haben wir die Wahl. Wir können nach links abbiegen und den Herbeemdpad nehmen, der uns nach rund 1,4 Kilometern zum Ausgangspunkt 42 zurückbringt. Oder wir wählen die knapp einen Kilometer längere Route. Sie führt uns geradeaus zum „Provinciedomein Kessel-Lo“ mit seinem kleinen See (sowie Spielplatz und Freibad im Sommer), zum Punkt 4 und anschließend ebenfalls zum Punkt 42 zurück.







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